IDS – Information Delivery Specification

Informationsanforderungen in BIM-Projekten stehen meist in einem Word-Dokument oder einer Excel-Liste. Sie sind für Menschen lesbar, aber nicht für Maschinen — und deshalb lässt sich nicht automatisch prüfen, ob ein Modell sie erfüllt.

Genau dafür gibt es IDS.

Was ist IDS?

IDS steht für Information Delivery Specification — ein offener Standard von buildingSMART, seit 2024 als Version 1.0 verabschiedet. Eine IDS-Datei beschreibt maschinenlesbar, welche Informationen ein IFC-Modell enthalten muss: welche Bauteile, mit welchen Eigenschaften, in welcher Ausprägung.

Man kann sich IDS als die maschinenlesbare Fassung des Pflichtenhefts vorstellen. Statt »alle Wände brauchen einen Feuerwiderstand« als Satz im Dokument, steht dieselbe Anforderung in einer IDS-Datei so, dass jedes Prüfwerkzeug sie automatisch gegen ein Modell halten kann.

Wie ist eine IDS-Datei aufgebaut?

Eine IDS besteht aus einer oder mehreren Spezifikationen. Jede Spezifikation hat zwei Teile:

  • Anwendbarkeit — auf welche Objekte die Regel zutrifft (z. B. »alle IfcWall«).
  • Anforderungen — was diese Objekte erfüllen müssen (z. B. »Property FireRating im Pset_WallCommon vorhanden«).

Formuliert werden diese über Facetten: Entity, Attribut, Property, Klassifikation, Material und Beziehungen. Technisch ist eine IDS-Datei ein XML-Dokument nach einem festen buildingSMART-Schema — aber schreiben muss man dieses XML nicht von Hand (siehe unten).

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die erste eigene Regel gibt es im Beitrag „IDS 1.0 verstehen — und wie eine erste Regel aussieht".

Wozu dient IDS in der Praxis?

  • Lieferanforderungen durchsetzen — Bauherren und Koordinatoren definieren einmal, was ein Modell enthalten muss, und prüfen jede Abgabe automatisch dagegen.
  • Wiederholbare Qualitätssicherung — statt manueller Excel-Checklisten ein Ergebnis pro Anforderung, bei jeder Modellversion identisch.
  • Saubere Übergaben — was die IDS fordert, ist eindeutig; »das habe ich anders verstanden« entfällt.

IDS-Modelle prüfen mit IFCLint

IFCLint ist ein browserbasiertes Werkzeug, das beide Seiten von IDS abdeckt:

  • IDS erstellen (Authoring) — im IDS Builder ziehen Sie Facetten zusammen und erzeugen eine gültige IDS-1.0-Datei, ohne XML zu schreiben.
  • IFC gegen IDS prüfen — laden Sie ein Modell hoch und prüfen es gegen Ihre IDS. Ergebnisse gibt es je Anforderung, exportierbar als BCF für die Planer.

IFCLint unterstützt IFC 2x3, IFC 4, IFC 4.3, bcfXML 2.1 sowie IDS 1.0 (Authoring und IFC-Check) und ist im buildingSMART-Software-Verzeichnis gelistet.

Häufige Fragen zu IDS

Was bedeutet IDS?
IDS steht für Information Delivery Specification — ein buildingSMART-Standard, um Informationsanforderungen an BIM-Modelle maschinenlesbar zu beschreiben.
Was ist IDS 1.0?
Die erste offiziell verabschiedete Version des Standards (2024). Sie legt fest, wie Anwendbarkeit, Anforderungen und Facetten in einer IDS-Datei aufgebaut sind.
Wie erstelle ich eine IDS-Datei?
Entweder von Hand als XML nach dem buildingSMART-Schema, oder visuell in einem IDS Builder wie dem von IFCLint, in dem man Facetten zusammenzieht und die gültige Datei exportiert.
Was ist der Unterschied zwischen IDS und einem IFC-Checker?
Ein IFC-Checker prüft ein Modell. IDS ist das Format, in dem die Prüfregeln stehen. Ein Werkzeug wie IFCLint nutzt die IDS-Datei als Grundlage der Prüfung.
Was ist der Unterschied zwischen IDS und bSDD?
bSDD (buildingSMART Data Dictionary) ist ein Nachschlagewerk für Begriffe, Eigenschaften und Klassifikationen. IDS nutzt solche Definitionen, um konkrete Anforderungen an ein Modell zu formulieren und prüfbar zu machen. bSDD beschreibt »was es gibt«, IDS »was gefordert ist«.
Welche Software unterstützt IDS?
Eine wachsende Zahl von openBIM-Werkzeugen. IFCLint unterstützt sowohl das Erstellen von IDS-Dateien als auch das Prüfen von IFC-Modellen dagegen.